73 Fun Facts über Pinterest

12. August 2026
Pinterest Marketing
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Die Gründer & die Anfänge

  1. Pinterest wurde 2009 von Ben Silbermann, Paul Sciarra und Evan Sharp gegründet – kein einziger von ihnen hatte damals eine Vorstellung davon, dass die Plattform mal zu 70 % von Frauen genutzt wird.
  2. Vor Pinterest gab es „Tote“, eine Shopping-App von Silberman und Sciarra, die grandios floppte. Pinterest ist quasi das Trostpflaster für ein totes Startup.
  3. Silbermann sollte laut Familientradition Arzt werden. Ist er nicht geworden – stattdessen sammelte er als Kind Insekten. Das Sammel-Gen steckt bis heute in jedem Board mit 400 ungesichteten Rezept-Pins.
  4. Evan Sharp hat das berühmte Masonry-Grid-Layout von Pinterest entworfen – nach eigener Aussage 40 bis 50 Anläufen, bis es passte.
  5. Der Name „Pinterest“ (Kofferwort aus „Pin“ und „Interest“) stammt von Divya Bhaskaran, Silbermanns damaliger Freundin und späteren Ehefrau – erfunden an Thanksgiving vorm Fernseher.
  6. März 2010: geschlossene Beta-Version geht online. Nach neun Monaten hatte Pinterest gerade mal knapp 10.000 Nutzer.
  7. Silbermann hat die ersten 5.000 Nutzer eigenhändig angeschrieben und ihnen sogar seine private Handynummer gegeben, um Feedback einzuholen.
  8. Die ersten Monate liefen aus zwei winzigen, vollgestopften Wohnungen – quasi ohne Budget. Kein Tech-Campus, kein Kicker-Tisch.
  9. Der eigentliche Durchbruch kam erst 2011, mit dem Launch der iPhone- und iPad-App.
  10. 2012 kürte Time Magazine Pinterest zu einer der „50 Best Websites“.
  11. Mitgründer Paul Sciarra war schon 2012 wieder raus. Silbermann führte danach zehn Jahre allein.
  12. Die frühen Investoren (u. a. Bessemer Venture Partners) stiegen bei Bewertungen im zweistelligen Millionenbereich ein – beim Börsengang 2019 waren ihre Anteile teils über eine Milliarde Dollar wert.
  13. 2013 kamen die ersten „Promoted Pins“ – Pinterests Einstieg ins Werbegeschäft.
  14. 2014 ging die visuelle Suche live, 2015 die „Buyable Pins“, 2016 Pinterest Lens.
  15. 2017 flog die klassische „Gefällt mir“-Funktion komplett raus, weil „Save“ und „Like“ laut Pinterest zu verwirrend nebeneinander existierten. Das Herz kam später zurück, als „Reaction“ statt „Like“, und funktioniert heute auf so gut wie jedem Pin – nur Reagieren speichert den Pin nicht, das macht weiterhin nur der Save-Button.
  16. April 2019: Börsengang an der NYSE, Ticker PINS, Ausgabepreis 19 Dollar. Die Aktie eröffnete gleich 25 % höher. Am selben Tag ging auch Zoom an die Börse.

Wachstum, Kontroversen & der große Umbau (2020–2025)

  1. 2020 knackt Pinterest 400 Millionen Nutzer, +49 Millionen in einem einzigen Quartal – mehr Wachstum als bei Facebook, Snapchat oder Twitter zur gleichen Zeit.
  2. In den ersten drei Corona-Lockdown-Wochen stiegen „Home Office“-Suchen um 150 %, „DIY-Haarschnitt“-Suchen um 400 %. Kein Wunder, bei den Frisuren, die 2020 zu Hause entstanden sind.
  3. August 2020: COO Françoise Brougher wird entlassen, nachdem sie sich intern über Sexismus beschwert hat. Über 200 Mitarbeitende legen daraufhin einen virtuellen Walkout ein.
  4. Im Dezember 2020 zahlte Pinterest Brougher 22,5 Millionen Dollar – eine der größten öffentlich bekannten Diskriminierungs-Klagesummen überhaupt.
  5. 2018/19 blockierte Pinterest testweise ALLE Suchergebnisse zum Thema Impfen, um Fehlinformation zu stoppen. Seit 2019 zeigt Pinterest bei Impf-Suchen nur noch Inhalte von WHO und CDC.
  6. Oktober 2021: PayPal soll angeblich in „späten“ Gesprächen gestanden haben, Pinterest für 45 Milliarden Dollar zu kaufen – die größte Social-Media-Übernahme aller Zeiten. Ein paar Tage später: Rückzieher.
  7. Juli 2021 verbot Pinterest als erste große Plattform überhaupt sämtliche Abnehm-Werbung, inklusive jeder BMI-Erwähnung – entwickelt gemeinsam mit der National Eating Disorders Association.
  8. 2020 führte Pinterest „Story Pins“ ein – der Versuch, TikTok und Instagram Stories zu kopieren. Im Mai 2021 wurde daraus, ohne große funktionale Änderung, einfach „Idea Pins“ – vor allem, um die Verwechslung mit Instagram Stories zu vermeiden. Dafür gab’s ein „Creator Rewards“-Programm mit 20 Millionen Dollar Budget. Gehalten hat’s: anderthalb Jahre.
  9. Um die eigenen Idea Pins zu pushen, drosselte der Algorithmus zeitweise die Reichweite normaler Bild-Pins. Creator mussten alte Idea Pins löschen oder auf privat stellen, damit ihre klassischen Pins überhaupt wieder ausgespielt wurden.
  10. 2023 kam das Ende: Die Option „Idea Pin“ verschwand aus dem Create-Tool, bestehende Idea Pins wurden automatisch zu normalen Video-Pins. Motto danach: „All Pins are good Pins“.
  11. 2023 war für viele Creator ein Frustjahr – mehr Spam, mehr geklaute Pins, ein Feed, der sich plötzlich anders anfühlte.
  12. Juni 2022: Ben Silbermann übergibt an Bill Ready (Ex-Google, Ex-PayPal). Oktober 2023: auch Evan Sharp geht, zu Jony Ives Kreativkollektiv LoveFrom. Kein Original-Gründer mehr operativ an Bord.
  13. 2024 schließen Pinterest und Amazon eine mehrjährige Werbepartnerschaft.
  14. April/Mai 2025 sperrte ein interner Systemfehler massenhaft unschuldige Accounts. Pinterest hat den Fehler öffentlich zugegeben.

Nutzerpsychologie, Algorithmus & KI

  1. Pinterest nennt sich selbst konsequent visuelle Suchmaschine, nicht soziales Netzwerk – und meint das ernst.
  2. 80–97 % aller Suchanfragen auf Pinterest laufen ohne konkreten Markennamen (je nach Quelle). Leute suchen Ideen, keine Logos.
  3. Die Follower-Zahl steht zwar sichtbar auf deinem Profil – aber anders als bei Instagram oder TikTok hat sie kaum Einfluss auf deine Reichweite. Ein Account mit 12 Followern kann mit einem guten Pin mehr Impressionen holen als einer mit 50.000, weil der Algorithmus nach Suchrelevanz rankt, nicht nach Publikumsgröße.
  4. Ein Pin hat eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 4 Monaten. Ein Instagram-Post: rund 48 Stunden.
  5. 85–89 % der wöchentlichen Nutzer:innen planen künftige Käufe auf Pinterest – über zwei Drittel greifen sogar mitten im Laden zum Handy, bevor sie kaufen.
  6. Nach wie vor rund 70 % der Nutzerschaft weiblich, gleichzeitig ist Gen Z die am schnellsten wachsende Altersgruppe.
  7. Politische Grabenkämpfe und toxische Kommentarspalten sind auf Pinterest praktisch nicht existent. Niemand öffnet die App, um sich zu streiten.
  8. Weltweit werden über 1,5 Milliarden Pins pro Woche gespeichert.
  9. Pinterest Lens verarbeitet mittlerweile über 1,5 Milliarden visuelle Suchanfragen im Monat – 2018 waren es „erst“ 600 Millionen.
  10. Der Algorithmus liest per OCR („Optical Character Recognition“, also Texterkennung) Text direkt aus hochgeladenen Bildern heraus, nicht nur aus Titel und Beschreibung, und nutzt ihn als Ranking-Faktor. Dein Canva-Textoverlay wird also tatsächlich gelesen, nicht nur bewundert.
  11. Follower-Zahl und „Monatliche Betrachter“ (im Grunde die Impressionen der letzten 30 Tage) stehen offen auf jedem Business-Profil, jede:r kann sie sehen. Nur die ausgehenden Klicks bleiben komplett privat.
  12. Bis etwa 2019 war Pinterest-Marketing überspitzt gesagt ein Zahlenspiel: einen Pin auf 20, 30, 50 Gruppenboards pinnen, dazu fleißig fremde Pins repinnen – jeder Repin war eine zusätzliche Chance auf Sichtbarkeit, mehr Repins bedeuteten mehr Traffic.
  13. Im Frühjahr 2020 kam die große Algorithmus-Änderung und für die Accounts der Einbruch: Repins wurden spürbar unterdrückt, Support-Mails warnten explizit vor vielen Repins, und der alte Trick funktionierte plötzlich nicht mehr.
  14. Seitdem zählt nur noch frisches, eigenes Material – und Gruppenboards bringen heute nur noch etwas, wenn sie wirklich zum eigenen Thema passen und die Mitglieder aktiv untereinander auf thematisch passende eigene Boards weiterpinnen, statt wahllos zu sammeln.
  15. Der „Taste Graph“ ist Pinterests Herzstück: Jedem Pin und jedem Profil werden Interessen zugeordnet, dadurch sprechen Feed, Suche und Shopping intern dieselbe Sprache. Laut eigenen Earnings Calls wuchs er 2023+2024 um 75 %, 2025 nochmal um fast 40 %.
  16. Diese Interessen zu targeten ist Teil von fortgeschrittenen, organischen Pinterest Marketing Strategien.
  17. 2025 hat Pinterest drei neue KI-Modelle vorgestellt: PinRec (sagt vorher, wie sich dein Verhalten entwickelt), OmniSage (verschmilzt Bild, Verhalten und Board-Struktur) und PinFM (ein 20-Milliarden-Parameter-Modell, das aus deiner gesamten Nutzungshistorie lernt, schon für über eine halbe Milliarde Nutzer:innen im Einsatz). Alle drei sind eigenständige Systeme – PinFM ist NICHT einfach der Taste Graph unter neuem Namen.
  18. Unter Pinterest-Marketer:innen mittlerweile Common Sense: Alte, jahrelang laufende „Evergreen“-Pins verlieren an Reichweite, neue Pins werden schneller hochgespült. Eine exakte Pinterest-Aussage dazu gibt’s nicht, aber die Produktrichtung stützt es – im Oktober 2025 launchte Pinterest „Boards Made for You“, laut VP Product Vicky Gkiza explizit gebaut, um Boards mit „timely“ statt statischem Content zu füttern.
  19. Ab 2024 flutete KI-generierter Content von Content-Farmen die Suchergebnisse – „AI Slop“. Seit 2025 kennzeichnet Pinterest erkannte KI-Bilder mit einem „Gen AI“-Label. Wichtig: keine automatische Ranking-Abstrafung, nur Transparenz.
  20. Seit Oktober 2025 kannst du in einzelnen Kategorien (Beauty, Kunst, Fashion, Wohnen) aktiv weniger KI-Content angezeigt bekommen, indem du KI Content in den Settings abschaltest.

Zahlen & Statistik

  1. 619 Millionen Menschen nutzen Pinterest monatlich weltweit – Rekordhoch, Stand Q4 2025.
  2. Die USA stellen nur 18 % der Nutzer:innen, liefern aber 78 % des gesamten Umsatzes.
  3. Deutschland liegt mit rund 19–20 Millionen Nutzer:innen auf Platz 4 weltweit. Brasilien ist mit 30–39 Millionen die Nummer 2.
  4. Die beliebtesten Kategorien: Home Decor (37 % aller Pins), Fashion (27 %), Food (24 %), Beauty (19 %), DIY (17 %).
  5. Werbeanzeigen auf Pinterest sind bis zu 2,3-mal effizienter im Cost-per-Conversion als auf anderen Plattformen, bei rund 50 % niedrigerem Klickpreis als Instagram.
  6. Die fünf meistgefolgten Accounts weltweit: Wattpad (32,4 Mio.), Oh Joy (15,1 Mio.), Etsy (11 Mio.), Poppytalk (10,4 Mio.), Tasty (10,3 Mio.). Pinterests eigener Account landet nur auf Platz 20.
  7. Fast 40 Millionen Menschen nutzen Pinterest jährlich zur Hochzeitsplanung.
  8. Der jährliche Trendreport „Pinterest Predicts“ liegt seit fünf Jahren zu rund 80 % richtig. 2025 sagte er den Gewürzgurken-Trend voraus – „Pickle Nails“-Suchen stiegen danach um 85 %, Klicks zu Einmachgewürzen um 835 %.
  9. Pinterest-Mitarbeitende nennen sich intern liebevoll „Pinployees“.
  10. 98 % der Pinner:innen haben schon mal etwas umgesetzt, das sie auf Pinterest entdeckt haben.
  11. Laut einer Buffer-Analyse ist „make“ das häufigste Wort in Pin-Titeln – gefolgt von „design“, „logo“, „new“, „love“.

Kuriositäten & Rekorde

  1. Guinness World Records führt Joy Cho (alias „Oh Joy!“) offiziell als die Person mit den meisten Followern auf Pinterest überhaupt – 14.866.198 Follower, Stand April 2021.
  2. Im Januar 2010, noch vor dem offiziellen Launch, pinnte Ben Silbermann höchstpersönlich den allerersten Pin: ein Foto eines Pappaufstellers von einem Paar, das sich auf einem Fahrrad küsst.
  3. Silbermanns eigene Worte zum ersten Einladungsversuch: Er schickte 200 Freunden eine Einladung, nur rund 100 öffneten überhaupt die Mail. „Catastrophically small numbers“, nannte er das später selbst.
  4. Der Künstler Eric Daigh hat ein komplettes Porträt von Ben Silbermann gebaut – zusammengesetzt aus über 22.000 einzelnen Pinterest-Pins.
  5. Das „Recipes“-Board von Joy Cho (Oh Joy!) hat allein rund 6,5 Millionen Follower – mehr, als die meisten kompletten Pinterest-Accounts je erreichen.
  6. Mehr als 50.000 Accounts kannst du auf Pinterest nicht aktiv folgen. Danach geht’s nur noch weiter, wenn dir die Leute selbst zuerst folgen.
  7. Ein einzelner Account darf maximal 2.000 Boards, 200.000 Pins und 500 Sections pro Board haben. Es gibt Menschen, die das voll ausreizen.

Pinterest und ich

  1. Ich betreue seit 2023 Pinterest-Konten für Kundinnen. Eine Erkenntnis: Neue, speziell für Pinterest geschriebene Artikel performen tendenziell besser als gepinnte Google-SEO-Texte.
  2. Ich habe im Februar 2026 einen Nischenblog gestartet, den zugehörigen Pinterest Account im März. Nach 5 Monaten hatte der Account 1400 ausgehende Klicks bei maximal 5 Pins täglich.
  3. Einer meiner stärksten Blogartikel auf annemariespindler.de, dreht sich um die Frage, wie viele Pins man pro Tag pinnen sollte.
  4. Ich sehe in meinem Arbeitsalltag genau, wie stark Pinterests restriktive Richtlinien die Gesundheits-Nische einschränken. Macht diesen Bereich schwieriger als Erziehung, DIY und Rezepte.
  5. Ich empfinde den nativen Scheduler von Pinterest als maximale Frustrationsquelle und nutze Tailwind und Metricool, um sowohl Pins von Kunden als auch meine eigenen einzuplanen.

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