Was ist Pinterest & was bringt es fürs Business?

12. Oktober 2026
Pinterest Marketing
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Ich hab früher Pinterest aus meiner Google Bildersuche ausgeschlossen. Bewusst. Weil ich nicht verstanden habe, was das eigentlich sein soll.

Diese bunten Kacheln, die sich zwischen meine Suche und die eigentlichen Suchergebnisse gedrängt haben. Ausblenden, weiter, fertig.

Heute verdiene ich mein Geld damit und in diesem Artikel erkläre ich dir, was Pinterest ist und warum es eine wertvolle Plattform für dein Business sein kann.

Was ist Pinterest?

Pinterest ist eine Suchmaschine mit Bildern statt Textlinks. Keine klassische Social-Media-Plattform.

Die einen kommen mit einer konkreten Absicht auf Pinterest: Sie suchen ein Rezept, eine Bastelanleitung, eine Strategie fürs eigene Business, Antworten auf Fragen zu Erziehung, Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung.

Die anderen wollen sich erstmal nur inspirieren lassen und sammeln Ideen für ein Thema, Bilder für ein Gartenprojekt in der Zukunft…

Und genau da lag mein Denkfehler: Für mich war Pinterest ein lästiger Zwischenschritt. Google – Pinterest – Blog. Ich wollte direkt zum Blog, nicht über eine weitere Plattform dazwischen. Dabei ist Pinterest gar kein Zwischenschritt, sondern selbst der Startpunkt. Mit einer eigenen Suchleiste, einem eigenen Publikum, einer eigenen Logik. Mit Google hat das erstmal gar nichts zu tun.

Wie funktioniert Pinterest?

Die Suchergebnisse auf Pinterest heißen Pins. Das sind Bilder oder Grafiken (und Videos), keine Liste mit blauen Links wie bei Google. Jeder Pin hat einen Link hinterlegt: zu einem Blogartikel, einer Landingpage, einem Produkt in einem Shop.

Gefunden werden Pins auf zwei Wegen:

1. Über die Suche. Jemand tippt einen Begriff in die Suchleiste und bekommt passende Pins angezeigt. Genau wie bei Google, nur eben visuell.

2. Über den Homefeed. Das ist die Startseite, auf der man scrollen und sich inspirieren lassen kann, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Gefüttert wird der Homefeed vom Algorithmus, und zwar nach Interessen und letzten Suchen. Nur zu einem kleinen Teil sind dort Pins von Accounts dabei, denen man folgt.

Das heißt auch: Follower sind bei Pinterest nicht der große Hebel. Entscheidend ist, dass dein Pin zu dem passt, was Menschen gerade suchen oder interessiert.

Wie nutzen Menschen Pinterest eigentlich?

Stell dir eine gestresste Mama vor. Kochen ist bei ihr schon lange kein Vergnügen mehr, sondern täglicher Stress. Sie hat keine Energie, sich jeden Abend was Neues zu überlegen.

Sie öffnet Pinterest und sucht nach „schnelle einfache Rezepte“.

Zwischen den Ergebnissen sieht sie einen Pin, der gar nicht direkt auf ihre Suche antwortet. Er geht in Richtung „Meal Prep“. Kein Zufall, sondern der Interessen-Algorithmus: Pinterest zeigt nicht nur exakte Treffer zum Suchbegriff, sondern auch Inhalte, die zu ihrem bisherigen Verhalten und ihren Interessen passen könnten. Findet sie spannend, merkt sich den Pin auf ihrer Pinnwand.

Und dann? Passiert erstmal: nichts. Der Alltag holt sie wieder ein.

Ein paar Wochen später ist das Kochen-Thema wieder extrem stressig. Sie erinnert sich, kommt zurück zu ihrer Pinnwand, klickt auf den Pin. Landet auf dem Blog dahinter, lädt sich dort einen Meal-Prep-Planer runter – und hinterlässt dafür ihre E-Mail-Adresse.

Genau das ist der Unterschied zu Social Media: Niemand muss deinen Content im richtigen Moment im Feed erwischen. Die Person kommt zurück, wenn sie bereit ist. Und der Pin ist immer noch da.

Wie kommen die Menschen von Pinterest auf deine Website?

Über den Link im Pin. So simpel ist das.

Der Haken: Ein Pin wird nur geklickt, wenn er gesehen wird. Und gesehen wird er nur, wenn er beim Scrollen hängen bleibt. Jeder Pin hat deshalb zwei Aufgaben: Scrollende aufhalten und neugierig genug machen, dass sie klicken.

Ein paar Basics dafür:

  • Hochformat (1000 x 1500 Pixel) funktioniert am besten, weil der Großteil Pinterest in der App auf dem Handy nutzt
  • Text auf dem Bild, gut lesbar und mit genug Kontrast zum Hintergrund
  • Ein klarer Grund zu klicken: Was bekomme ich, wenn ich auf diesen Pin tippe? Und dieses Versprechen löst dein Blogartikel dann auch ein.

Mehr zur Pin-Gestaltung und wie oft du pinnen solltest, steht in den 5 Bausteinen für deinen Pinterest Marketing Start.

Hat jemand geklickt, ist er auf deiner Website. Und ab da bist du am Zug: mit einem guten Artikel, einem passenden Freebie, einer E-Mail-Liste. Deshalb brauchst du für Pinterest auch einen Ort, auf den die Pins verlinken. Ob das zwingend ein Blog sein muss, beantworte ich hier: Braucht man einen Blog für Pinterest?

Was sind Pinnwände und wie nutze ich sie?

Pinnwände sind wie Ordner, in denen Pins thematisch sortiert werden. „Rezepte zum Nachkochen“, „Wohnzimmer Ideen“, „Finanztipps für Anfänger“. Jeder Pin, den jemand interessant findet, landet auf einer Pinnwand und bleibt dort gespeichert.

Für dich als Business heißt das zweierlei:

Erstens legst du selbst Pinnwände in deinem Account an, sortiert nach den Themen, zu denen du bloggst. Das ist nicht nur Ordnung, sondern wichtig für Pinterest SEO: Pinnwand-Titel und -Beschreibungen helfen Pinterest zu verstehen, worum es bei deinen Pins geht.

Zweitens, und das ist der eigentlich spannende Teil: Fremde Nutzer:innen speichern deine Pins auf ihren eigenen Pinnwänden. Dein Content verbreitet sich also durch Menschen, die ihn für sich selbst archivieren, nicht weil du dafür wirbst.

Welche Pinnwände du wirklich brauchst und wie du sie benennst, steht hier: Welche Pinnwände du auf deinem Pinterest Profil wirklich brauchst

Was ist Pinterest SEO?

Weil Pinterest eine Suchmaschine ist, funktioniert es wie Google: Wer gefunden werden will, braucht die richtigen Keywords. Also die Wörter, die deine Zielgruppe wirklich eintippt.

Die Recherche ist einfacher, als es klingt: Tipp einen Begriff in die Pinterest-Suchleiste und schau dir die Vorschläge an, die Pinterest dir automatisch anzeigt. Die passenden notierst du dir.

Diese Keywords gehören dann an mehrere Stellen:

  • in deinen Profilnamen und deine Profilbeschreibung
  • in Pinnwand-Titel und Pinnwand-Beschreibungen
  • in Pin-Titel und Pin-Beschreibung
  • in den Text auf der Pin-Grafik

Wichtig dabei: natürlich formulieren. Eine reine Aufzählung von Keywords mag Pinterest nicht.

Die komplette Anleitung dazu findest du im Baustein „Pinterest SEO“ in den 5 Bausteinen für deinen Pinterest Marketing Start.

Was bringt Pinterest fürs Business?

Pinterest ist auch heute noch eine gute Traffic-Quelle. Das ist der Kern von allem: Pinterest bringt Menschen, die gerade nach einer Lösung suchen, über einen Pin auf deine Website. Auf deinen Blog, in deinen Shop, auf deine Landingpage. Dort kannst du sie mit einem guten Artikel überzeugen, ihnen ein Freebie anbieten und sie auf deine E-Mail-Liste holen. Genau das ist es, was ich für meine Kund:innen aufbaue.

Wie das in der Praxis aussieht: Mein neuer Finanzblog ging Anfang Februar 2026 online, der erste Pin kam am 1. März. Keine bezahlte Werbung, keine Community, kein Social Media – nur Pinterest und Blogartikel. Im ersten halben Jahr kamen darüber knapp 5.000 Besucher:innen, im August waren es fast 1.900 Klicks auf die Website, und über Google kam praktisch noch nichts. Alle Zahlen und wie ich vorgegangen bin, steht in der Case Study: Neuer Blog und Pinterest Traffic nach 6 Monaten

Und damit löst sich auch mein alter Denkfehler auf. Ich dachte, Pinterest steht mir nur im Weg: erst Google, dann Pinterest, dann endlich der Blog. Aber die Menschen auf Pinterest kommen gar nicht von Google. Sie starten ihre Suche direkt dort, und von da führt der Pin auf deinen Blog. Pinterest ist kein Umweg, sondern ein eigener Weg zu deinem Blog.

Auf Pinterest sind echte Menschen unterwegs, die nach Lösungen für ihre Probleme oder nach Ideen suchen. Und diese Menschen klicken auf Pins – auch 2026 noch, auch auf Pins, die schon eine Weile online sind. Der Pin hat einen Link. Der Link führt auf deinen Blog. Fertig ist der Traffic. Ganz ohne Google dazwischen.

Das ist der entscheidende Unterschied zur Google-Suche, wie sie heute funktioniert: Google beantwortet Fragen zunehmend selbst, direkt in den Suchergebnissen, ohne dass noch geklickt werden muss. Pinterest tut das nicht. Pinterest zeigt dir einen Pin – und der Pin will, dass du klickst. Warum ich für Blog-Traffic deshalb auf Pinterest setze und nicht auf Google, habe ich hier ausführlich erklärt: Warum ich für Blog Traffic auf Pinterest setze und nicht auf Google

Dazu kommt: Du musst nicht berühmt sein, um gefunden zu werden. Laut Pinterest enthalten 97 % der Suchanfragen keinen Markennamen. Die Leute suchen nach Themen, nicht nach Marken. Entscheidend ist, dass dein Pin zum Thema passt.

Pinterest holt Menschen früh ab

Suchen auf Pinterest und Suchen auf Google stehen an unterschiedlichen Stellen der Kundenreise. Google-Suchen sind meist konkreter, „long-tailiger“: Wer googelt, hat oft schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was er sucht. Auf Pinterest suchen Menschen häufiger allgemeiner und noch orientierend. Sie haben ein Problem oder einen Wunsch im Kopf, wissen aber noch nicht, welche Lösung es gibt.

Im Marketing nennt man das Top of Funnel: ganz oben im Trichter, am Anfang der Kundenreise. Das heißt: Du erreichst auf Pinterest Menschen, die auf Google noch gar nicht suchen, weil sie noch nicht wissen, dass es dich oder deine Lösung gibt.

So wie unsere gestresste Mama. Sie sucht nach „schnelle einfache Rezepte“, nicht nach einem Meal-Prep-Planer. Den würde sie wohl nie googeln, denn sie weiß ja gar nicht, dass Meal Prep ihr Problem lösen könnte. Auf Pinterest läuft er ihr über den Weg.

Dafür brauchst du dann einen Plan für das, was nach dem Klick passiert. Die wenigsten kaufen sofort. Ein Freebie und eine E-Mail-Liste fangen sie auf, bis sie bereit sind.

Ein Pin bleibt lange sichtbar

Ein Pin kann Monate, teilweise Jahre später noch gefunden werden – und noch Traffic bringen. Weil Pinterest die Inhalte vor allem nach Relevanz zur Suchanfrage ausspielt, nicht nach Aktualität.

Das heißt: Du erstellst einen Pin zu deinem Blogartikel. Der bringt dir nicht nur heute Klicks, sondern potenziell auch in einem Jahr noch. Wie du so mit Blog, Pinterest und E-Mail-Liste sichtbar wirst, ohne dich auf Social Media verbiegen zu müssen, erkläre ich hier: Sichtbar ohne Social Media

Und der Traffic ist organisch. Kein Werbebudget nötig, um gesehen zu werden. Das macht Pinterest besonders für kleine Businesses attraktiv, die kein Ads-Budget haben, aber Zeit investieren können.

Pinterest ist nebenbei kostenlose Marktforschung

Ein Nebeneffekt, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Sobald du in die Suchleiste tippst, schlägt Pinterest dir automatisch vor, wonach Menschen tatsächlich suchen – in ihren eigenen Worten, nicht in deinen. Das Trends-Tool zeigt dir zusätzlich, welche Suchbegriffe gerade steigen oder saisonal wiederkehren. Bevor du also einen Blogartikel schreibst oder ein Produkt entwickelst, kannst du erstmal nachschauen, ob überhaupt danach gesucht wird – und mit welchen Worten.

Brauche ich ein Business-Konto?

Ja, sobald du Pinterest fürs Business nutzt. Der entscheidende Grund: Nur das Business-Konto hat Analytics. Also die Zahlen dazu, welche Pins gesehen, gespeichert und geklickt werden. Ohne diese Daten arbeitest du im Blindflug.

Du kannst dir ein neues Business-Konto anlegen oder dein bestehendes privates Konto umwandeln. Wenn du Pinterest auch privat nutzt und dein Konto umwandelst, achte darauf, dass alles, was du privat gespeichert hast, auf privaten (also für andere nicht sichtbaren) Pinnwänden liegt. Sonst sieht jeder, was du dir für den Kindergeburtstag oder das Badezimmer gemerkt hast. Ich persönlich trenne das und nutze für privat und Business getrennte Konten.

Was kostet Pinterest?

Die App selbst ist kostenlos, und auch das Business-Konto kostet nichts. Pinterest finanziert sich über Werbeanzeigen, die man als Unternehmen optional schalten kann, aber nicht muss.

Ganz umsonst ist Pinterest fürs Marketing trotzdem nicht. Es kostet dich entweder Zeit, weil du alles selbst lernen und umsetzen musst: Keywords, Pins gestalten, Pinnwände, Analytics. Oder es kostet dich Geld, wenn du es jemandem überlässt, der das professionell übernimmt. So wie ich.

Welcher Weg besser passt, hängt davon ab, was bei dir knapper ist: Zeit oder Budget.

Für wen eignet sich Pinterest – und für wen eher nicht?

Pinterest passt zu allem, was visuell und inspirierend ist: Rezepte, Wohnen, Mode, Parenting, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen, Bildung, Gesundheit, Fitness. Grundsätzlich zu vielen Businesses mit einem Blog dahinter.

Auch im B2B-Bereich kann Pinterest funktionieren, nämlich dann, wenn deine Zielgruppe Selbstständige sind. Sie bauen ihre Website selbst, suchen nach Farbpaletten, Website-Inspiration, Anleitungen für Gestaltung oder Logo. Die Abteilungsleiterin im deutschen Mittelstand dagegen sucht ein Teamcoaching eher nicht auf Pinterest.

Und jetzt?

Wenn du selbst noch nicht auf Pinterest bist: Das ist der Moment anzufangen. Der Vorlauf lohnt sich – nur eben nicht über Nacht. Pinterest ist eher Marathon als Sprint, wie lange es konkret dauert, bis Ergebnisse kommen, erfährst du hier: Wie lange dauert es, bis Pinterest Ergebnisse bringt?

Und wenn du loslegen willst: Mit den 5 Bausteinen für deinen erfolgreichen Pinterest Marketing Start weißt du, was du als Erstes brauchst.

Oder du buchst dir ein kurzes Gespräch mit mir und wir finden gemeinsam heraus, ob Pinterest zu dir passt und wie du es gewinnbringend für dein Business einsetzen kannst. Kostet dich 20 Minuten.

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